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Staking ist für Inhaber von Kryptowährungen zu einer immer beliebteren Möglichkeit geworden, ihr Vermögen zu vergrössern. Für diejenigen, die erst seit kurzem in diesem Bereich unterwegs sind, ist es nützlich, das Wesen der Staking-Prämien, die untschiedlichen Staking-Bedingungen je nach Blockchain sowie die Faktoren zu kennen, die die Höhe der Prämien beeinflussen.

 

Was sind Staking-Prämien?

Mehr als $145 Mrd. an Kryptowährungen sind im Staking gebunden. Damit macht das Staking einen bedeutenden Teil des Gesamtkryptomarkts aus. Auf den ersten Blick ähnelt das Staking von Kryptowährungen einer Bankeinlage: Ein Vermögensinhaber verpflichtet sich, eine Einlage zu leisten und erhält regelmässig eine Rendite. Staking unterscheidet sich aber deutlich von der Verzinsung von Bankeinlagen.

Das Staking von Kryptowährungen ist auf Proof-of-Stake (PoS)-Blockchains möglich. Proof-of-Stake ist eine Alternative zum Proof-of-Work (PoW)-Protokoll, bei dem neue Blöcke von Minern durch das Lösen von Rechenaufgaben hinzugefügt und validiert werden. Das bekannteste Beispiel für eine PoW-Blockchain ist Bitcoin. Bei PoS können Benutzer neue Blöcke generieren und validieren, die ihr Vermögen im Netzwerk binden («staken»). Benutzer, die sich aktiv am Hinzufügen neuer Blöcke beteiligen, werden in der Regel Validatoren genannt.

Damit ein PoS-Protokoll sicher und stabil funktionieren kann, sollte eine Blockchain über genügend Vermögenswerte verfügen, die im Staking gebunden sind. Dadurch wird sichergestellt, dass Netzwerkteilnehmer etwas zu verlieren haben, wenn sie sich falsch verhalten und dem Protokoll Schaden zufügen – zum Beispiel durch die Unterzeichnung von Transaktionen, bei denen Coins doppelt ausgegeben werden. Um mehr Benutzer dazu zu motivieren, ihre Vermögenswerte zu binden und sie für den erbrachten Service und die entstandenen Unannehmlichkeiten (gestakte Coins können nicht für andere Zwecke verwendet werden) zu entschädigen, zahlen Blockchains Staking-Prämien. Die Prämien werden in der Regel mit neu geschürften Münzen bezahlt, je nachdem, wie hoch die Inflationsrate im Netz ist.

Als Validator ist ein gewisses Mass an Fachwissen, Engagement und Investitionen in Hardware erforderlich. Viele Blockchains nutzen daher eine Art «delegiertes» PoS-Protokoll. Dabei betreibt nur eine kleine Gruppe von Benutzern Validator-Knoten, während die übrigen Benutzer ihre Anteile an diese Validatoren delegieren können. Ein Validator übernimmt dann die Aufgabe, die Blockchain zu unterstützen, erhält die Staking-Prämie und teilt sie unter seinen Delegierenden auf, wobei er einen Teil davon als Gebühr für seinen Service einbehält.

Die durchschnittlichen Renditen beim Staking variieren je nach Blockchain und deren Alter. Sie reichen von über 100 % bei einigen neuen Projekten mit höheren Risiken bis zu 3-15 % bei etablierteren Blockchains. Innerhalb einer Blockchain können die Renditen zwischen den Validatoren variieren, abhängig von den eingesetzten Stakes, der Anzahl der Delegierenden sowie der Menge und Qualität der für das Netzwerk bereitgestellten Services. Validatoren, die sich falsch verhalten, werden oft durch eine Reduzierung ihrer Stakes («Slashing») bestraft, was sich auch auf die Stakes der Delegierenden auswirken kann.

 

Unterschiede zwischen den Blockchains im Hinblick auf das Staking

Blockchains bieten ihren Nutzern unterschiedliche Staking-Bedingungen und verwenden oft sogar eigene Begriffe. Ein gemeinsames Merkmal ist, dass beim Staking in der Regel keine Verwahrdienste zum Einsatz kommen, was das Gegenparteienrisiko verringert. Bei folgenden wichtigen Punkten unterscheiden sich die Staking-Bedingungen aber oft: Staking-Mindesteinsatz, Bindungs- und Sperrfristen, Schnelligkeit und Häufigkeit der Prämienauszahlung und Slashing-Strafen. Eine Analyse dieser Parameter und der Prämiensätze kann den Inhabern von Krypto-Vermögenswerten bei der Entscheidung helfen, ob sie sich am Staking beteiligten möchten und wo es für sie am vorteilhaftesten ist.

Das bisher grösste Netzwerk gemessen am Wert des gestakten Vermögens ist Cardano, eine Open-Source-Plattform für Peer-to-Peer-Transaktionen. Cardano bietet Benutzern die Möglichkeit, ihre native ADA Coin entweder durch den Betrieb eines Staking Pools oder durch das Delegieren an einen bestehenden Staking Pool zu staken. Ein Staking Pool erhält für jeden Slot, für den er zum Slot Leader ausgewählt wird, eine Prämie und erstellt erfolgreich einen Block. Die Wahrscheinlichkeit, als Slot-Leader ausgewählt zu werden, steigt mit der Menge der in einem Pool gestakten Coins. Bei Cardano gibt es keine Mindestbindungs- und sperrfristen, das heisst Benutzer können ihre gestakten Vermögenswerte nach Belieben in oder aus einem Staking-Pool übertragen. Die aktuelle durchschnittliche Rendite bei der Delegierung von ADA beträgt 6,33 % jährlich.

Polkadot und Kusama bieten im Durchschnitt höhere Jahresrenditen (13,29 % bzw. 14,27 %). Polkadot und Kusama verwenden Nominated Proof-of-Stake (NPoS), bei denen Inhaber von Vermögenswerten (Nominatoren) ihren Anteil auf bis zu 16 Validatoren verteilen können. Die Validatoren erhalten für dasselbe Arbeitsvolumen dieselbe Prämie, dass heisst kleinere Validatoren zahlen ihren Nominatoren in der Regel höhere Prämien aus. Beim Staking von DOT und KSM gibt es ausserdem eine Sperrfrist (28 Tage auf Polkadot und 7 Tage auf Kusama). Die Benutzer erhalten ihre Vermögenswerte also nicht sofort nach dem Ende der Bindung.

Tezos ist eine Blockchain-Plattform, die sogenanntes Liquid Proof-of-Stake (LPoS) verwendet. Benutzer können ihren gesamten XTZ-Bestand an einen ausgewählten Validator oder «Baker» delegieren. Ähnlich wie bei Cardano sind die delegierten Vermögenswerte nicht gesperrt, sodass kein Liquiditätsrisiko besteht. Allerdings gibt es eine erhebliche Wartezeit bis zum Erhalt der ersten Prämie (je nach Baker von 23 bis mehr als 30 Tage). Die durchschnittliche jährliche Rendite beträgt 5,5 %.

Cosmos bietet eine durchschnittliche jährliche Rendite von über 9 % für das Staking seiner nativen Coin ATOM. Die Sperrfrist beträgt 21 Tage. Die Staking-Prämien werden bei Cosmos nur unter den 125 besten Validatoren verteilt.

 

Den Zusammenhang zwischen Staking-Prämien und Marktdynamik verstehen

Um das erforderliche Sicherheitsniveau und die nötige Robustheit für das Protokoll zu erreichen, benötigen Proof-of-Stake-Blockchains eine ausreichende Anzahl an gestakten Coins im Netzwerk. Gleichzeitig werden Coins, die in einem Netzwerk gestakt werden, vom Markt genommen: Sie können nicht für Transaktionen, Handelsgeschäfte, Kredite oder andere Aktivitäten (wie Smart Contracts) verwendet werden. Das Staking entzieht den Kryptomärkten Liquidität.

Um dies auszugleichen, haben viele Blockchains ein Ziel für den Anteil gestakter Coins, das sie durch Veränderung der Inflationsrate oder des Anteils, der an die Validatoren geht, zu erreichen versuchen. Werden mehr Coins gestakt als gewünscht, sinkt die Inflation (Anteil der Validatoren) und die Staking-Prämien verringern sich und umgekehrt. Bei Cosmos liegt das Ziel zum Beispiel bei 67 % gestakter Coins.

Die Bereitschaft der Nutzer, Coins zu staken, hängt nicht nur von den Staking-Prämien ab, sondern auch von alternativen Möglichkeiten zur Verwendung der Coins und den Opportunitätskosten. Die meisten Krypto-Anleger entscheiden sich für die Art der Verwendung ihrer Vermögenswerte, für die sie kurz- oder langfristig mit den höchsten Renditen rechnen. Sie können Kryptowährungen auch als Zahlungsmittel nutzen, da die Akzeptanz von Kryptowährungen weiter zunimmt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Staking-Prämien nicht nur eng mit den Staking-Bedingungen der Blockchain verknüpft sind, sondern auch mit der Marktdynamik: der Anzahl der Vermögensinhaber, die zum Halten und Staken von Coins bereits sind, dem Anteil der bereits gestakten Coins, alternativen Verwendungsmöglichkeiten der Vermögenswerte und anderen sich abzeichnenden Chancen. Um verstehen zu können, ob das Staking und das Verdienen von Staking-Prämien für einen persönlich Sinn macht, können alle diese Faktoren eine Rolle spielen.

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