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Kusama ist eine experimentelle Version ihres bekannteren «Cousins» Polkadot, die konzipiert wurde, um die Skalierbarkeits- und Interoperabilitätsfunktionen zu testen und zu perfektionieren, bevor sie im Polkadot-Netzwerk bereitgestellt werden. Kusama ist mit seinen niedrigen Eintrittsbarrieren auf innovative und experimentelle Projekte im Frühstadium ausgerichtet.

 

Die Anfänge

Kusama wurde 2019 als «Kanarien-Netzwerk» für Polkadot eingerichtet. Dieser Begriff geht auf Kanarienvögel zurück, die von Bergleuten eingesetzt wurden, um in den Kohlegruben giftige Gase schnell aufzuspüren. Ähnlich kann Kusama zum Testen, Ausprobieren und Aufdecken möglicher Fehler in der Polkadot-Umgebung verwendet werden. Kusama wurde von Dr. Gavin Wood, Mitbegründer von Polkadot und Web3 Foundation sowie früherer CTO von Ethereum, erdacht und initiiert. Die Stiftung unterstützt das wachsende Ökosystem Web 3.0, das den Aufbau eines fairen und dezentralen Internets zum Ziel hat und in dem Kusama eine wichtige Rolle zukommt.

Analog zu Polkadot bietet Kusama eine skalierbare und interoperable Lösung, um verschiedene Blockchains mit unterschiedlichen Funktionen in einem aus Parachains bestehenden Netzwerk zu organisieren. Aufbauend aufSubstrate bietet Kusama Entwicklern die Möglichkeit, ihre eigenen anwendungsspezifischen Blockchains zu entwickeln und mit dem Hauptnetzwerk zu verbinden.

Obwohl Kusama in Design und Funktionalität stark an Polkadot erinnert, wurde die Plattform nicht nur als Testnetz von Polkadot entwickelt. Polkadot und Kusama sind vielmehr zwei unabhängige Blockchains mit unterschiedlichen Prioritäten. Der langsamere und methodischere Governance-Ansatz von Polkadot, der Stabilität und Sicherheit gewährleistet, eignet sich insbesondere für hochwertige und risikoarme Projekte wie Anwendungen in der Finanzbranche. Kusama hingegen kann aufgrund seiner niedrigeren wirtschaftlichen und technischen Eintrittsbarrieren auch für riskantere kleine und mittelgrosse Projekte verwendet werden.

Seit der Konzeption von Kusama bemüht sich das Team aktiv darum, die Community einzubinden und Entwickler und Botschafter anzuziehen. Im Juni 2020 veranstaltete die Web3 Foundation daher den ersten Hackusama – ein Hackathon innerhalb des Polkadot- und Kusama-Ökosystems, um neue Ideen für Ausbau und Entwicklung des Netzwerks zu sammeln.

Der native Token von Kusama – KSM – gehörte 2020 zu den Gewinnern unter den Kryptowährungen. Der KSM-Kurs, der zu Jahresbeginn noch bei rund USD 1,5 lag, überschritt im Dezember die Marke von USD 70. Im Januar 2021 rangierte Kusama nach Marktkapitalisierung unter den Top 50 Blockchains mit einer Marktkapitalisierung von USD 590 Mio. Zu den Triebfedern für diesen explosionsartigen Wachstumskurs könnte die erfolgreiche Einführung des Polkadot Mainnets im Jahr 2020 gehören.

 

Anwendungen

Kusama richtet sich an ein breites Spektrum von Entwicklern, die innovative und zukunftsweisende Blockchain-Projekte umsetzen wollen. Das Netzwerk kann sowohl private als auch öffentliche Blockchains, Smart Contracts und Chains mit hohem Durchsatz beherbergen, was den Umfang der potenziellen Anwendungen – wie unter anderem Marktplätze, Oracles, soziale Netzwerke, Spiele und eSports – erheblich erweitert.

Neben anderen Highlights bietet Kusuma Entwicklern die Möglichkeit schneller Änderungen, wodurch Flexibilität für geschäftliche Transaktionen, niedrige Eintrittsbarrieren, die ideal für kleinere Start-ups sind, und eine engagierte Community mit Zugang zum Talent- und Ideenpool gewährleistet werden. Kusama dient ausserdem als experimentelles Netzwerk, in dem Entwickler ihre Anwendungen vor der Implementierung auf Polkadot testen können. Kusama stellt ihnen dafür alle neuesten technischen Tools von Parity Technologies und Web3 Foundation bereit, und zwar noch bevor sie auf Polkadot eingebunden werden.

2020 konnte die Kusuma-Plattform einige der bedeutendsten Blockchain-Projekte wie Chainlink an Bord holen. Chainlink ist ein Oracle-Netzwerk, das Blockchains mit Real-World-Datenströmen verbindet. Als Vorbereitung auf die Einführung einer Parachain auf Polkadot hat Chainlink beschlossen, eine Parachain auf Kusama zu implementieren. Diese Parachain würde jedem Kusama-Projekt den Zugriff auf externe Datenquellen ausserhalb der Blockchain ermöglichen.

Ein wichtiges Instrument, um neue Projekte für Kusama zu gewinnen, ist Treasury. Das Kusama Treasury besteht aus Token, die durch Transaktionsgebühren und Slashing im Kusama-Netzwerk gesammelt werden können. Mit diesen Ressourcen können die Projekte finanziert werden, die von den Community-Mitgliedern vorgeschlagen werden, was wiederum dem Netzwerk zugute kommt. Zu den 2020 von Kusuma Treasury finanzierten Projektengehören LocalCoinSwap, das die Blockchain-Zugänglichkeit für nicht-technische Nutzer verbessern soll, sowie Polkawallet und Soramitsus Wallet, die alternative Wallets für Kusama- und Polkadot-Inhaber bereitstellen.

Kusama kann für Krypto-Investoren von Interesse sein, die ihr Portfolio durch Staking-Prämien erweitern wollen. Da es sich bei Kusuma um eine Proof-of-Stake-Blockchain handelt, können sich KSM-Inhaber das Staking ihrer Vermögenswerte mit Prämien vergüten lassen. Laut Staking Rewards beläuft sich die annualisierte Rendite für das Staking von KSM als Nominator auf 14,03 %. Dieser Renditesatz, der sich nach dem Anteil der im Netz gestakten Coins richtet, dürfte künftig Schwankungen unterliegen.

 

Ausblick

Kusama ist ein selbstgesteuertes Netzwerk ohne zentrale Entscheidungsinstanz, was bedeutet, dass seine Nutzer über das Netzwerk sowie über alle Upgrades und Änderungen entscheiden. Die Existenz von Kusama ist also gesichert, so lange Nachfrage nach seinen Funktionen besteht. Mit der wachsenden Anzahl von Projekten auf Kusama und dem erfolgreichen Start von Polkadot dürfte die Beliebtheit des Netzwerks in naher Zukunft weiter zunehmen.

2020 hat die Web3 Foundation einen ihrer Zuschüsse an die Swisscom Blockchain AG vergeben, um die Entwicklung eines Kubernetes-Operators für Wachknoten und Validatoren sowohl für Kusama als auch Polkadot zu sponsern. Diese Technologie, die zur Widerstandsfähigkeit des Netzwerks beitragen soll, wird Kusama sicherer und weniger anfällig für Angriffe machen.

Wie Gavin Wood im Blog-Post zum Start von Kusama schrieb,  steht «R&D» für das Versprechen «Risk and Danger», dem das Projekt gerecht werden soll. Nach seinem jüngsten Hackathon arbeitet Kusama mit Robonomics zusammen, um eine «interplanetäre Architektur des Kusama-Netzwerks» zu entwickeln, die Netzwerke verbinden und Daten zwischen Mars und Erde weiterleiten kann.

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