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Noch vor einem Jahr waren nicht fungible Token (NFTs) häufig nur einem geschlossenen Kreis von Krypto-Begeisterten und Gamern bekannt. In den letzten Monaten lösten jedoch mehrere Events wie der Verkauf der Nyan Cat Meme und die erste NFT-Auktion bei Christie’s einen Hype um diese Assets in den Mainstream-Medien aus und weckten das Interesse eines viel breiteren Publikums. Angesichts der wachsenden Beliebtheit und des steigenden Marktvolumens von NFTs lohnt es sich für Krytpoanleger, dieses Phänomen gut im Blick zu behalten.

 

Grundlagen

Nicht fungible Token (NFTs) sind digitale Assets, die auf Blockchain-Technologie basieren. Ein NFT stellt jeweils ein einzigartiges digitales Objekt dar wie beispielsweise ein Artefakt in einem Spiel, ein digitales Kunstwerk oder sogar einen virtuellen Gegenstand in einer virtuellen Umgebung. Während die meisten NFTs bisher auf Ethereum aufbauten, verwenden heute einige neuere NFTs auch andere Blockchains wie Flow.

Das Hauptmerkmal eines nicht fungiblen Tokens ist seine Einzigartigkeit. Im Gegensatz zu Kryptowährungen sind NFTs nicht einfach austauschbar, da sie einzigartige Objekte mit unterschiedlichen Werten repräsentieren. Der Wert eines nicht fungiblen Tokens richtet sich nach dem wahrgenommenen Wert des zugrundeliegenden Objekts. Aber gleich einem realen Gemälde ist dieser Wert oft subjektiv und hängt vom Geschmack und den persönlichen Vorlieben des Eigentümers oder eines potenziellen Käufers ab. Ein weiterer wichtiger Aspekt kann – ähnlich wie bei realen Sammlerstücken – auch die Verknappung eines Objekts sein.

Ein NFT ist ein unveränderbares Asset, dessen Einzigartigkeit durch die Blockchain gewährleistet wird. Seine Merkmale müssen abgesichert sein, denn sie schützen das Eigentumsrecht an einem NFT. Dank der Blockchain-Technologie können auch die Authentifizierung und Herkunft eines NFT verifiziert werden, sodass sich der Inhaber bezüglich Echtheit und Einzigartigkeit seines Objekts absolut sicher sein kann.

Die ersten NFTs wurden 2017 von Larva Labs aufgelegt, einem Ethereum-basierten CryptoPunks-Projekt – mit einer Sammlung von 10’000 einzigartigen digitalen Zeichen. Der Handel um CryptoPunks ist weiter aktiv mit mehr als 10’000 Verkaufstransaktionen zu einem Durchschnittspreis von USD 10’000 pro Zeichen im letzten Jahr.  Die Popularisierung der NFTs wurde vor allem aber durch das digitale Spiel von Dapper Labs CryptoKitties vorangetrieben. Ziel dieses Spiel ist die Sammlung einzigartiger Katzenfiguren, die die Spieler aufziehen, betreuen und auch verkaufen können. Das Internet liebt Katzen, weshalb die Begeisterung für CryptoKitties sogar zu einer Überlastung des Ethereum-Netzwerks führte, auf dem das Spiel aufbaut. Seit 2017 ist der NFT-Markt deutlich gewachsen und umfasst jetzt Assets aus den Bereichen digitale Kunst, Gaming, Musik und sogar DeFi.

 

Anwendungsmöglichkeiten

Nicht fungible Token stellten zunächst einen entstehenden Blockchain-Standard dar. Nun werden sie beschleunigt als weit verbreitete Anwendung in der Unterhaltungs- und Kunstbranche eingesetzt.

Die ursprünglichen NFT-Anwendungsfälle bezogen sich auf die Bereiche Gaming und digitale Sammlerstücke. Die Gaming-Branche hat in den letzten Jahren einen einzigartigen Wachstumskurs vorgelegt, und ihr weltweiter Marktwert wurde 2020 auf USD 160 Mrd. geschätzt. Bei vielen Spielen ist das Sammeln von Artefakten, virtuellen Objekten oder sogar Erlebnissen ein wichtiger Aspekt, und NFTs sind als Tool gut geeignet, um faire und transparente Transaktionen in einer Gaming-Umgebung zu gewährleisten. Auch in der Unterhaltungsbranche und der Sportwelt ist der Einsatz von NFTs weit verbreitet. NBA gibt beispielsweise die Top Shot Moments der NBA heraus. Dabei handelt es sich um offiziell lizenzierte digitale Sammlerstücke, mit denen bislang ein Umsatz von fast USD 230 Mio. erzielt wurde. Selbst StarTrek-Star William Shatner hat vor Kurzem seine NFT-Sammlerkarten vorgestellt.

NFTs eignen sich aber auch für die digitale Kunst. In den letzten Jahren ist das Interesse an digitalen Formen kreativer Kunst deutlich gestiegen. Einige Künstler erachten dies als einen Trend hin zu mehr Demokratie in der Kunst, die so einem breiteren Publikum zugänglich wird. Das Konzept des Eigentums an digitalen Kunstobjekten entspricht in weiten Teilen dem realer Kunstwerke. Mit NFTs können Eigentumsrechte bequem und zuverlässig begründet und die Echtheit eines digitalen Kunstwerks beurkundet werden. Um den Schaffensprozess und den Handel in der digitalen Kunst zu erleichtern, bieten mehrere Plattformen wie OpenSea, Nifty Gateway und Rarible einen Marktplatz für NFTs.

Aufbauend auf ihren Merkmalen wie Unveränderbarkeit und Einzigartigkeit werden nicht fungible Token auch in Bereichen wie digitale Identität, DeFi und «Yield Farming» eingesetzt. Beim Yield Farming sperren Kryptoinhaber ihre Assets in einer DeFi-Anwendung, um Prämien zu verdienen. Die NFTs in dieser Konfiguration können einzigartige Eigenschaften für Yield Farming-Strategien bereitstellen.

 

Ausblick

Nicht fungible Token sind ohne jeden Zweifel ein erstaunliches Phänomen in der Kryptowelt. Trotz ihrer Neuheit und des Mangels an etablierten Bewertungskennzahlen erfreuen sich NFTs jedoch bei Investoren und Nutzern immer grösserer Beliebtheit. Der bisherige Marktwert dieser Assets wird auf etwa USD 355 Mio.geschätzt, mit einem durchschnittlichen Token-Preis von USD 66.

Die wachsende Gaming-Branche, die rasante Entwicklung neuer Gaming-Technologien, einschliesslich VR, und die zunehmende Beliebtheit digitaler Kunst gehören zu den Faktoren, die die Lancierung von NFTs in verschiedenen Wirtschaftszweigen beschleunigen können. Ein Zeichen dafür, dass NFTs stark im Kommen sind, ist der jüngste Verkauf eines NFT-Kunstwerks des Digitalkünstlers Beeple durch Christie’s, einem der grössten Auktionshäuser weltweit.

Die langfristigen Perspektiven von NFTs hängen gleichzeitig davon ab, ob die Technologie sich dauerhaft etablieren kann, ob die Infrastruktur mit der wachsenden Popularität Schritt hält und wie gut der Balanceakt zwischen Knappheit und Komfort gelingt, um NFTs an die Nutzernachfrage anpassen zu können.

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