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Als Bitcoin 2008 auf den Plan trat, war die Rede von einem elektronischen Bargeldsystem auf Peer-to-Peer-Basis. Die erste Kryptowährung legte nach Jahren des Schattendaseins 2017 einen fulminanten Auftritt auf der Weltbühne hin.

Mit einer Preisexplosion um fast einen Faktor 20 wurde Bitcoin zu einem wichtigen Gesprächsthema für Investoren, Spekulanten und Berichterstatter weltweit. Gleichzeitig kam es unter den Entwicklern und langjährigen Mitgliedern der Bitcoin-Community zu einer (zuweilen) hitzig geführten Diskussion über die Verbesserung der Skalierbarkeit und Usability für «Peer-to-Peer»-Zahlungen.

Ein Ergebnis dieser Debatte war die Einführung von Bitcoin Cash, das seit 2017 nach Marktkapitalisierung zu den führenden Kryptowährungen zählt.

 

Die Anfänge

Wie bereits erwähnt, entstand Bitcoin Cash aus der Diskussion über die Skalierbarkeit des Bitcoin-Netzwerks und insbesondere über die Möglichkeit, Transaktionen für Alltagsgeschäfte abzuwickeln. Mit einer Blockgrösse von 1 MB war der Transaktionsdurchsatz von Bitcoin Cash jedoch begrenzt.

Anfang 2017 war sich die Bitcoin-Entwickler-Community uneins über die Umsetzung eines Verbesserungsvorschlags (BIP-91) für das Bitcoin-Netzwerk SegWit2x. SegWit2x wurde zur vereinfachten Verifizierung von Transaktionen auf der Blockchain entwickelt: Die für jede Transaktion erforderlichen Signaturdaten wurden getrennt, und die Blockgrösse wurde von 1 auf 2 MB erhöht.

Diese Verbesserung wurde von einer Reihe von Minern und Entwicklern, insbesondere von Roger Ver, abgelehnt, und am 1. August 2017 wurde eine Hardfork initiiert, die zur Aufspaltung der Bitcoin-Blockchain und zur Schaffung von Bitcoin Cash führte.

Nach der Hardfork setzte die Bitcoin-Cash-Entwicklungscommunity technische Änderungen um und erhöhte die Blockgrösse auf ca. 8 MB und später auf 32 MB. Mit diesem Upgrade stieg der Durchsatz der Blockchain von Bitcoin-Cash drastisch an.

 

Einsatzmöglichkeiten

Die Befürworter von Bitcoin Cash glauben fest an die Verwendung der Kryptowährung für alltägliche Transaktionen: Mikrotransaktionen und genehmigungsfreie Ausgaben. Dank der erhöhten Blockgrösse ist dies nun technisch einfacher zu realisieren.

Die Roadmap für Bitcoin Cash sieht auch Möglichkeiten vor, die Blockchain von Bitcoin Cash um weitere Funktionen zu erweitern – zum Beispiel für Smart Contracts. Einige Versuche wurden bereits gestartet, wobei mindestens zwei Implementierungen angekündigt wurden – CashScript und Wormhole, basierend auf dem OmniLayer-Protokoll.

Bei Erfolg würden diese neuen Funktionalitäten eine neue Bandbreite an Anwendungsfällen ermöglichen, da sie die Ausführungslogik um «wenn, dann»-Operationen erweitern.

 

Ausblick

Was hält die Zukunft für Bitcoin Cash bereit?

Die Einführung von Bitcoin Cash als Austauschmedium ist bisher dem allgemeinen Trend der Kryptoadoption im Zahlungsverkehr gefolgt, das heisst, das Echo war eher verhalten.

Einige Berichte weisen auf eine wachsende Anzahl unabhängiger Einzelhändler hin, die Zahlungen in Bitcoin Cash akzeptieren. Bitcoin Cash wird mittlerweile auch von grossen Krypto-Zahlungsanbietern wie BitPay, Coinify und GoCoin unterstützt. Im November 2019 kündigte Roger Ver die Einführung eines Ökosystemfonds in Höhe von 200 Mio. USD für Start-ups an, die Anwendungen und Lösungen mit Bitcoin Cash entwickeln möchten.

Inwieweit sich das alles auf den Preis der Kryptowährung auswirkt, bleibt abzuwarten. Nach einem Anfangspreis von rund 300 USD zum Zeitpunkt der Hardfork stieg Bitcoin Cash im Dezember 2017 auf ein Allzeithoch von über 4’000 USD.

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